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S. 8 wäre eine sehr undankbare Arbeit, wenn

man alle Erklärungen der Shinbeit, die man in alter und neuer Zeit gegeben þate: aufzáblen und prüfen wollte. Ju der neuern Zeit fanden Pouilly und andere vielen Beys fall, indem sie alles dasjenige schon nannten, was unsere Sinne und Kräfte auf eine anges inessene, und gemässigte Art beschafftige., JA England regte man die Schönheit in eine gęs wisie Mischung der Mannichfaltigkeit, uno Einförmigkeit, doch konnte mau fich nicht dars ůber vereinigen, ob die eine, oder die andere, am meisten zur Schönheit beytrage. Ja Teutsdyland suchte man früh das Wesen der Schönbeit in einer Zusammenstimmung des Mannichfaltigen zu einer gewissen Einßeit a), und diese Erklärung ist unstreitig unter alten diejenige, die sich der Wahrheit am meisten, nábert. Nichts desto weniger ist auch sie nicht aber alle Einwürfe erhaben.

a) bagedorn S. 10. II.

Unter den dussern Sinnen sind nur zween, nämlich das Gesicht, und Gebór, wodurch wir schöne und häßliche Gegenstände empfins den. Die dren übrigen Sinne nehmen nach

dem richtigen Sprachgebrauch aufgeklärter und unverdorbener Völker angeneşme und unanges nebme, aber keine schöne oder båßliche: Db: jècte wahr a). Da die rodnen Werfe der Musit in der Theorie dieser Sunft untersucht werden, so schránfe ich mich allein auf die Schönheiten sichtbarer Edrper ein, deren Ver: schiedenheiten man sich meiner Meynung nach am besten unter nachfolgendem Schema der: fen fann. Alle schone Córper nämlich sind entweder belebt oder leblos, und die lestern entweder IVerte der Latur, oder der Runst. Alle diese Esrper gefallen uns entweder wegen der Farben, womit sie überzogen, oder wés gen der Linien, womit sie begränzt, oder wegen der Gormen, in welche sie gleichsam gekleidet sind, oder auch wegen gewisser las gen, Stellungen und Bewegungen, oder endlich wegen gewisser Arren, wie sie ent: weder beysammen sind, oder auf einander folgen. e) in Plato's Zeitalter unterschied man sjdsos

und xxha, in Hippia Maj. p. 352. Edit. Graec. Bafil. zu plutarchs Zeiten hatte man ovex xxha xal pupa: VIII. 815. Edit. Reise kii Symp. VII. 5.

S. :3 Es ist vergebens die Ursachen aufzusuchen, waruin Farben, besonders einfache Farben,

uns

uns gefallen. Ihre Schónßeit ,' oder der Grad, in welchem Farben gefallen, Kångt vorzüglich von der Stärke, oder Schwache des Uug: Nerven ab. Es ist nicht schwer zu errathen, warum der Vorschlag von Farbens Clavieren keinen Benfall gefunden fat a). a) Ueber diese Instrumente rehe man Miscella.

nea Berolinens. VII. 345. Mendelssohn I. S. 160, 161. Ueber die verschiebenen Urs rachen, warum Farben uns wohlgefallen tons nen, Beattie Diff, mor, and crit, p. 110... fi

S. Einer der grösten Künstler der neuern Zeit glaubte, daß gewisse Linien eine eben so ups sprüngliche Schonheit; als Farben båtten, und er nannte daher die Wellen-Linie a) die Linie der Schönheit, und die Schlangens Linie die linie des Reizes, allein es ist reßr zweifelhaft, ob gewisse linien für sich, abges sondert von allen den Neben : Vorstellungen, die mit ihnen verbunden sind, uns gefallen würden. Wenn alle Menschen auch den ges schwungenen Linien einen Vorzug vor den ges raden gåben, so liesse sich dieses erflåren, ofne daß mau den linjen eine eigenthümliche, und so zu sagen, selbständige Schonbeit zuzuschret: ben nöthig fåtte.

a) Ueber die Wellen linie Pehe man die erste

Kupfer: Zafel zu hogarths Zergliederung der Soonheit 49. 50. n. 4. und über die Sclans gen-finie, Tab. II. f. 57. 58. Man vergleis dhe bagedorn, S. 548. 797. u. f. Specs S5.

si SS...? Schönheit der Form besteht nicht in als len Córpern in denselbigen, oder einem åßns lichen Berhåltniß der Theile gegeneinander a); vielmehr muß die Schönbeit der Form einer jeden Edrper:Art nach der eigenthümlichen Bes stimmung derselben geschågt werden. Nicht aber bloß eine gånzliche Verschiedenbeit der Bestimmung ungleichartiger Córper, sondern auch Verschiedenheiten des Geschlechts, des Alters, und der Beschafftigungen gleicharo tiger Wefen ziehen grosse Verschiedenheiten in der Schönheit der Bildung nach sich b), Die Schdnfeit der Forin bekannter Cors per unterscheidet sich dadurch von der Schón: beit von Farben, daß sie sich nicht nur ein. pfinden, sondern auch beweisen låßt, und daß also mit richtigerer und vollständige: ter Kenntniß das Vergnügen steigt, welches fie gewährt. Ale jäßliche Wölfer falten er: weisliche Gebrechen und Mißgestalten fût Schönheiten. Dies geschieht unter den schds nen Völkern entweder gar nicht oder ausserst selten, allein auch diese haben Conventiongs

Schøns

Schönheiten, und so genannte' liebenswic dige Fehler. Nicht bloß die Formen, sous dern auch die Lagen, Stellungen und Bee wegungen von Corpern können schon seyn; und solche schöne Attitüden muß man nicht mit ausdrucksvollen verwechseln. 5 a) Plato in Hipp. maj. p. 348. 331. - Enquiry

etc. III2.5" b) Xenophont. Memor. Socr. .III. c. 8. Sympo

C. 5. -Arriani Dissert. III. I. Berkeley's Al: ciphron III. p. 184. et fq. Benttie I. c. 8, 119,

Se 6.

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Alle aufgeflärte Vósfer unterschieden, und unterscheiden noch jego Edrper 'von schdnen, und von grossen oder erbabenen Formen; und es entsteht also die Frage, was zu einer schönen Bildung hinzufonien müsse, damit fie-groß oder erhaben werde, und ob Schdas heit und Erhabenheit der Form ungertrennlich, oder stets mit einander verbunden renen? Um diese Fragen zu beantworten, muß man lebens de und thierische Edrper, und Werke der Kunst von den Tebloren Werfen der Natur unters scheiden. In menschlichen und thierischen Edrs pern, besonders in mannlichen sind Schönheit. und Erhabeukeit der Form nicht allein nicht widersprechend a), sondern die groste Ergas benheit der form macht die gröjte Schönheit

aus;

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