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Kühl war ihr Lebenthal, und dem Geräusch entlegen;
Zufrieden wallten sie auf ihren stillen Wegen.

Doch ruft ein Denkmal noch, das die Gebeine
schüßt,

Zerbrechlich aufgebaut, barbarisch ausgeschnißt,
Geziert nach altem Brauch mit ungefeilten Reimen,
Den frommen Wanderer, mit Thränen hier zu saus

men.

Die Muse hat sich Lob und Elegie erspart,

Nur ihre Namen, nur ihr Alter aufbewahrt,

Und den noch leeren Raum mit manchem Spruch geeh:

ret,

Der dieses arme Volk die Kunst zu sterben lehret.
Denn welcher Sterbliche wirft sehnend nicht den Blick
In eine schöne Flur, die er verließ, zurück?
Wer hat, gedankenlos, von Sicherheit berauschet,
Dies ängstlich süße Seyn mit jener Nacht vertaus

schet?

Ein Auge, das sich schliefft, ein halbgebrochnes

Herz,

Heischt eine Thråne doch, und eines Freundes
Schmerz;

Es rufet noch Natur aus unsrer Gruft; es lodert
Ihr Feuer unverlöscht, wenn unsre Asche modert.

Du, der die Todten hier, die keine Zunge preift,
Aus der Vergessenheit durch deine Lehre reisst,
Vielleicht sucht traurend einst ein dir verwandtes Wes
sen,

Noch deinen Hügel auf und fragt: wer du gewes

sen?

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Dann spricht ein grauer Hirt: Wann dåmmernd auf
den Höhen

Der Morgen zitterte, hab' ich ihn oft gesehn;
Durch das bethaute Gras rauscht' er mit schnellen Füss

sen

zu jenem Hügel hin, die Sonne zu begrüßen.
Dort an der Buche Fuß, die schon vor Alter nickt,
Die Wurzeln aufwärts dreht, und ihre Zweige bückt,

Streckt

Gotter.

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Gotter. Streckt er am Mittag sich, verdrossen, unbelauschet; Starr sah er in den Bach, der dort vorüber raus

schet;

Bald schlich er in den Hayn, und höhnisch lächelt' er;
Bald murmelt' er vor sich verworrne Träume her;
Bald hieng er bleich sein Haupt, wie ein Berlassner,
trübe,

Genagt von innerm Gram und hoffnungsloser Liebe.
An einem Morgenroth eilt' ich zum Hügel hin,
Wo ich ihn immer fand, und da vermisst' ich ihn.
Ich eilte nach der Au, zu seinem Lieblingsbaume,
Allein ich fand ihn nicht, wie sonst, in süßem Trau-

me.

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Ein zweiter Morgen kam; weit schaut ich um mich her,

Doch ich erblickt ihn nicht am Bach', im Hayn nicht
mehr.

Tags drauf, ach! sahn wir ihn, bei Liedern und bei
Klagen

In feierlichem Zug, nach unserm Kirchhof tragen.
Siehst du den Dornstrauch dort? Komm! (lesen kannst
du ja!)

Lies! Hier an diesem Stein steht seine Grabschrift!
Da!"

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Voll Güte krönete der Himmel sein Begehren.
Er schenkte Leidenden sein ganz Vermögen -

ren;

Gewährt ward ihm dafür sein ganzer Wunsch — ein
Freund.

Wag' in das Heiligthum nicht tiefer einzuschauen,
Das seine Tugenden, und seine Fehler misst!
Ach! beide liegen sie, mit zitterndem Vertrauen,
In dessen Brust versenkt, der Gott und Bater ist.

Gotter.

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Von Hrn. Friedrich Schmitt, Profeffor bei der Rit terakademie zu Liegniß, dessen Gedichte zu Nürnberg 1779. in 8. herauskamen, theile ich hier folgende schöne petrarchis sche Phantasie mit, in der man die sanftesten und rührendften Stellen des zärtlichsten welschen Dichters, wie musivisch eingelegt, und in Ein schönes Ganze vereint antrifft.

Laura.

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Thåler, Berge, schattenreiche Wälder,
Die nicht mehr die Last des Winters drückt;
Stille Grotten, Wiesen, grüne Felder,

Die mit Schmelz und Blumen schon der Frühling
schmückt;

Und du silberhelle,

Frische, reine Quelle,

Die so süß in meine Seufzer rauscht;

Und du Philomele, die oft scheiner

Meinen Schmerz zu fühlen, oft mir lauscht

Und dann, veller Mitleid, mit mir weinet:

Hört auch ist, was meine Klage singt,

Die, ich oft zu wiederholen,

Mich die Liebe zwingt!

Immer fließen werden diese Zähren !
Oft noch schwellen werden sie dich, Bach!
Oft noch, Fluren, eure Blumen nåhren!
Denn von Ihr getrennet bin ich!
ach!

Soll ich Sie erblicken,
Welche mit Entzücken

Einmal nur, und immer nun mit Gram
Meine Seele füllet! Stets Sie fliehen
Soll ich, die für mich vom Himmel kam,
Deren Augen Haiden machen blühen,

Nicht mehr,

Don

Donner schweigen, in die rohste Brust
Sanft Gefühl und Tugend strahlen,
Und des Himmels Lust!

Ach! in welchem Thal wirst du sie finden,
Lenz, und dich, von Ihr verschönert, freun?
Welcher Zephyr wird Ihr Krånze winden,
Und mit Silberblüthen Lauren überschnein?
Belch' Sylphen hdren

Jeht ihr Lied, und lehren

Es die Quellen und die Nachtigall?

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Kleine Geister mit den Purpurschwingen,
Die ihr um mich hüpfet, seid ihr aus der Zahl
Derer, die sie sahen? Ihre Harf' erklingen
Hörten? - O, so flüstert mir von Ihr!

Alle Wunder, die ihr sahet,

Saget mir von Ihr!

Saht ihr, wie viel ihrer Noth vergaßen,
Liebreich insgeheim von Ihr erquickt ?

Saht ihr, wie viel Stirnen Gram verlassen,
Wenn ihr himmlisch lächelnd Aug' auf Sie geblickt?
Saht ihr, welche schönen

Engelwerthe Thrånen

Andacht Sie und Mitleid weinen hieß?

Habt ihr sie gesammelt und gezählet,
Und, damit bethaut, zum Paradies
Jenes Thal gemacht, das sie verhehlet?
Sprecht! Und eilt ihr wieder zu Ihr hin,
Sagt Ihr Nein, nie soll Sie wissen,
Wie ich elend bin!

Glücklichster von allen meinen Tagen,
Tag, der mich zur Göttlichen geführt;
Bist du gleich der Quell von allen Klagen,
Die nicht Zeit nicht Schicksal enden wird!
Zwar, Dir lieb zukosen,

Blühten keine Rosen,

Denn Autumnus wars, der dich gebar!
Aber, gleich den schönsten Sohn des Maien,

Lachs

F. Schmitt.

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