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Wer wagt's seit deinen Werth Germanien erkennet,
Wann ihn die Muse hier genährt,

Daß er sich nicht von dir noch einen Schüler nennet,
'Auch selbst, wenn dich sein Herz entehrt?

Ach! taub ist nun dein Ohr, die Thüren sind verschloss
fen,

Der Lehrstuhl einsam und verwaist!

Der Jüngling steht von fern, indem er überflossen
Von heißen Thrånen dorthin weist:

Ach dort! dort war der Mann, der mich zur Tugend
weckte

,,Der mich der Thorheit Pfad' entriß,"

"Der liebreich seine Hand nach mir Verlaßnen streckte,
„Und mir den Weg zum Himmel wies.“

Ja Jüngling, er ist hin! Von vielem Jammer müde
Ruht hier sein heiliges Gebein: -

Der Fromme schlummre sanft! mit ihm sei Gottes
Friede,

Wie er, so schlummre jeder ein!

Der Saame, den er hier durch Lehren und durch Les ben

So hundertfältig ausgestreut,

Wird sich auf Kindeskind zur schönsten Frucht erhe ben,

Die noch in jener Welt gedeiht!

Ihr kleinen Zeugen, Shr, der våterlichen Schmers

zen,

Welch Glück, daß Ihr ihn noch gekannt!

Gekannt? ach nur gekannt! O såh ich Eure Herzen
Gebildet auch von seiner Hand!

Sehr oft werd' ich mit Euch auf diesen Hügel steigen,
Und, wenn voll kindlich frohem Muth

Ihr junge Blumen pflückt, Euch unter Thrånen zeis

gen,

Welch' heil'ge Usche drunter ruht:

Die Asche Gellerts ists! Gott wohnt' in seinem Hers

"

zen,

Und Menschenlieb' in seiner Brust:

Gefällig noch im Ernst und heilig noch im Scherzen,
War Wohlthun seine größte Luft.

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Gefürchtet und geliebt vom Alter, von der Jugend,
Galt ihm Religion und Pflicht

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Weit mehr als eine Welt; und fand er keine Tugend

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So lobt er selbst die Fürsten nicht."

Dann sollt Ihr beide mir auf diesem Grabe schwören,
Der wahren Weisheit Euch zu weihn;

In Gellerten nicht nur den Dichter zu verehren,
Nein, auch so fromm, wie Er, zu seyn.

Weiße.

Got

Gotter.

Gotter.

Von ihm ist folgende sehr glückliche freie Uebersesung von Gray's berühmter, und oben mitgetheilter Elegie. Auch findet man außerdem noch im ersten Bande seiner Gedichte, eine schöne Elegie bei einer Wiege, S. 172; das Grablied, S. 101; a. m.

Elegie auf einem Dorfkirchhofe geschrieben.

Die Abendglocke ruft den müden Tag zu Grabe,
Mattblökend kehrt das Vieh in langsam schwerem
Trabe

Heim von der Au; es sucht der Landmann seine
Thür,

Und überlåfft die Welt der Dunkelheit und mir.
Der Landschaft zitternd Bild sinkt in der Dåmmrung
Hülle,

Und durch die ganze Luft herrscht feierliche Stille;
Nur daß ein Kåfer hier mit trågem Fluge schwirrt,
Und schläfrig um mein Ohr ein fernes Låuten irrt,
Und daß aus jenem Thurm, den Epheu dicht umschlins
get,

In dessen alte Kluft kein Strahl des Tages dringet,
Die Eule schauervoll dem blassen Monden klagt,
Ein Wandrer habe sie zu stören sich gewagt.

Hier, wo die Ulme traurt, der Eibe Schatten schre
cket,

Wo mürbe Hügel Staubs ein dürrer Rasen decket,
Schläft, in ein enges Grab versenkt auf immerdar,
Von diesem armen Dorf der Våter rohe Schaar.
Sie ruft der Morgen nun, der duftend niederwallet,
Der Schwalbe zwitschernd Lied, das aus dem Strohs
dach schallet,

Des Hahns Trompetenton, des Hornes Wiederklang
Nicht mehr vom schlechten Bett' zu Arbeit und Gesang.

གླུ་།

Nicht mehr wird nun für sie des Heerdes Flamme lo:

dern,

Kein Weib am Abend sie mit Sehnsucht wieder for

dern,

Sich den Geschäften ganz für ihre Pflege weihn,
Und keine Kinder mehr nach ihrem Vater schrein,
Still lauschen, wenn er kömmt, sich ihm entgegen dråns
gen,

Und, sich um seinen Kuß beneidend, an ihn hången.
Oft tönete die Flur von ihrer Sichel Klang;

Es war ihr Pflug, der oft die. harten Schollen
zwang!

Wie froh zog ihr Gespann vor ihnen auf die Fels der!

Wie beugten sich, erlegt durch ihren Streich, die Wals der!

Der Ehrgeiz spotte nicht der Arbeit ihrer Hand,
Verlache nicht ihr Glück, und ihren niedern Stand;
Der Große höre nicht, Hohnlächeln im Gesichte,
Des Armen kurze, doch belehrende Geschichte!
Nicht zu vermeiden droht Ein leßter Augenblick
Dem Dünkel der Geburt, der Herrschaft stolzem
Glück,

Der Schönheit Zaubermacht, des Goldes Eigen:
thume;

Zum Grabe leiten nur die Wege zu dem Ruhme.
Verzeihe denn, o Stolz, daß glänzende Trophå'n
Zu ihrer Ehre nicht um diese Gråber stehn,
Und daß im Tempel nicht, durch tiefgewölbte Hallen,
Der Chöre Harmonien von ihren Thaten schallen.
Ergößt ein Murmorbild den nachtumwölkten Blick ?
Lockt den entfloh'nen Geist ein Trauermahl zurück?
Kann in die dde Gruft des Ruhmes Nachhall drins

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Gotter.

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Gotter. Provinzen håtten sie mit wachem Blick beschirmet,
In hohes Saitenspiel Begeisterung gestürmet,
Hått' ihnen Wissenschaft ihr großes Buch entrollt,
In welches jede Zeit den Schaß der Völker zollt,
Hått' Elend nicht ihr Haupt in tiefen Staub gedrüs
cfet,

Ihr Feuer ausgelöscht, und ihr Genie ersticket.
Wie manche Ros' im Thal erröthet ungesehn,
Haucht ihre Duft umsonst, und stirbt vergebens
schön!

Wie manchen edlen Stein hålt, vor der Menschen
Sorgen,

Der unerforschte Grund des Oceans verborgen!
So ruhet mancher hier, der einst mit kühner Hand,
Ein Franklin seines Dorfs, dem Frevel widerstand,
Und mancher Milton stumm, vermischt mit andern
Todten,

Und mancher Cromwell, rein vom Blut der Patrios
ten.

Sie konnten nicht, voll Muth, Gefahr und Tod veri
schmähn,

Nicht, folgsam ihrem Wink, Senate zittern sehn,
Mit Ueberflusse nicht ein selig Land beglücken,
Nicht lesen ihren Werth in eines Volkes Blicken.
Doch schränkte nicht ihr Loos nur ihre Tugend ein,
Die Laster wurden auch-in ihrer Hütte klein,

Sie durften nicht mit Blut die Thronenwege gießt

sen,

Die Thore des Gefühls dem Elend nicht verschließen, Nicht Menschen scheun, wenn laut im Busen Wahrs heit spricht,

Den Zeugen edler Schaam nicht tilgen vom Ges

sicht;

Noch, in der Wollust Schoos, des Weihrauchs sich er:

freuen,

Den, zu der Musen Echinach, erkaufte Schmeichler

streuen.

Von der unerlen Bahn des Städtervolks entfernt, Hat ihr bescheidner Wunsch Ausschweifung nie gelernt;

Kühl

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