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Kästner. Das zeigt sein matter Glanz, der jedem Sterne weis

chet,

Wenn er an Größe schon den größten Sternen gleis
chet.
Stark, heiter sehn wir dort die ewgen Sonnen glühn,
Die allerkleinsten selbst, die fast dem Aug entfliehn,
Da er, dem Kraft gebricht, nur mit der Menge streis

tet,

Und weit um sich herum den lichten Nebel breitet.
Mich dunkt, er zeige mir des Dichters wahres Bild,
Der manches Alphabeth mit leeren Reimen füllt;
Die Zeit, die nach uns kömmt, weiß kaum, daß er ges
wesen,
Doch Hallern wird stets mit Hagedornen lesen.

Den hellen Wölkchen gleich, zeigt sich des Hauptes
Schein,

Und einen dichtern Glanz schließt er im Mittel ein:
Doch nicht, wie ein Planet, den man stets rund erbliz
cket;
Nein, höckricht, ungleich, rauh, ja öfters gar zerstüs
cfet.

Was zeigt uns dieses an, als einen Ball, der glüht,
Und den durch dicken Dampf kein Sternrohr deutlich
sieht?
Was wäre sonst der Schweif, als Rauch, der von ihm
eilet,
Und sich im weiten Raum von unsrer Welt zertheilet ?
Weswegen wächst er sonst, je näher der Komet
Bom frostigen Saturn, zur heißen Sonne geht?
Wie, daß er allemal am furchtbarsten sich zeiget,
Wenn sein erhißtes Haupt weg von der Sonne steiget?

Doch, wår er etwa wohl in reiner Himmelsluft
Was er nicht hier soli seyn, nur ein entflammter Duft?
Vielleicht sehn wir in ihm in einen Haufen fließen
Nur Dünste, welche sich Planeten einst entrissen.
Zu unsrer Båter Zeit ward dieser Saß beschüßt;
Und fällt er wohl so leicht, da ihn ein Hevel stüßt?
Da ihn ein Kepler glaubt, der, ohne dessen Lehre
Ein Newton selbst vielleicht nicht ganz ein Newton wås

re?

- Doch

Doch könnte wohl ein Dunst so bey der Sonne seyn ? Wie plößlich wird sie nicht den leichten Dampf zers streun,

Da, wo die dichte Glut seibst Schwedens Eisen
schmelzte,
Wenn unser Erdenball sich ihr so nahe wålzte?

Auch zeugt kein Sonnenstrahl, der sich im Haupte
bricht,

Wie Upian geglaubt, des Schweifes blasses Licht.
Hat er daran gefehlt, so hat er auch entdecket,
Daß von der Sonne stets der Schweif sich abwärts stre:
cket.

Und der ist wenigstens noch keines Tadels werth,
Der uns, so oft er irrt, auch neue Wahrheit lehrt.
Wie aber, könnte man wohl da ein Licht erblicken,
Wo keine Körper sind, die es zur Erde schicken?
Füllt, ihr, die Newtons Schluß nicht überführen kann,
Den weiten Himmelsraum mit zartem Aether an;
Doch sollt er uns so stark das Licht zurücke senden,
So wird ein steter Glanz die Augen uns verblenden.
Wird doch von uns kein Licht in grober Luft gefühlt,
Als wo im Sonnenstral ein Haufen Stäubchen spielt,
Wie sollte dorten wohl ein dünner Aether glänzen?
Ein Wesen dichtrer Art stralt in Kometenschwänzen.
Auch wird deswegen nicht der Körper bald verstäubt,
Weil er so weit, so stark die Dämpfe von sich treibt;
Ein ausgebreitet Heer von leicht und zarten Theilen,
Kann ohne viel Verlust beständig von ihm eilen.
So wie virginisch Kraut, so viel die Pfeife füllt,
Den ganzen Raufbold oft in dicke Wolken hüllt,
Der doch, wenn er darauf von neuem wieder stopfet,
Den unverrauchten Theil noch aus der Höhlung kloa
pfet,

Welch Schicksal meint man wohl, ift einer Welt bestimmt, Wofern sie ihren Weg durch diese Dünste nimmt?

Kästner.

Rástner. (Sewiß, was årgers noch, als was Sylvan verspüret, Wenn ihn ein Unglücksfall in Raufbolds Dampfkre is führet.

Die Ordnung der Natur wird ganz und gar gestört,
Mit Dünften fremder Art die reine Luft bes
schwert,

Und wenn sie haufenweis auf den Planeten sinken,
Wird, wie in einer Flut, was Athem holt ertrinken,
Die Kugel selbsten wird aus ihrer Bahn gerückt,
Wenn eingepflanztek Trieb sie zum Kometen drückt;
und muß vielleicht, wie er, ins Sonnenfeuer fallen,
Vielleicht kalt, unbewohnt, in größrer Ferne wallen.

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Hier öffnet sich ein Feld, euch Dichtern, deren
Geist
So gern ins weite Reich der Möglichkeiten reist,
Besingt die Wunder nur, die vom Kometen stam:

men,

Die Flut der ersten Welt, des leßten Tages Flams

men,

Was Whiston vorgebracht, was Cluver *) uns ges lehrt,

Ind was der kühne Fleiß des muntern Heyns vers mehrt.

Wie sollt euch nicht davon ein prächtig Lied gelingen, Wo alles möglich ist, zum Beifall nichts kann brins gen.

So glaubte man denn sonst nicht gänzlich ohne
Grund,

Es thu uns ein Komet den Zorn des Höchsten kund;/ und kann er gleich kein Land durch Krieg und Pest vers heeren:

So könnt er wohl vielleicht die ganze Welt zerstören.

Wahr

*) Detlev Cluver hat Whiston's Gedanken in einer Schrift vorgetragen, die den Titel führet: Geologia, oder natürliche Wissenschaft von Erschaffung und Be reitung der Erdkugel e. Hamb. 1703.

Wahr ist es, daß wir noch dergleichen nicht gesehn, Allein, wie folgt der Schluß, drum kann es nie ges schehn?

Ich schelte nicht den Fleiß, der für die Wahrheit kåm: pfet,

Durch Gründe der Vernunft des Glaubens Feinde dáms
pfet,

Und zeigt, ihr kühner Spott sah als unmöglich an,
Was leicht durch die Natur der Schöpfer wirken
kann.
Doch glaub ich dieses auch; der Erden Ziel zu kürs
zen,

Darf nicht die Vorsicht erst Kometen auf uns stürzen.
Denn wäre der Komet, der uns verderben soll,
Zuvor auch eine Welt, von Sünd und Menschen voll,
Und hätt ihn ein Komet aus dieser Bahn verdruns
gen:

So frag ich weiter fort, wo dieser her entsprungen?
11nd endlich kemm ich doch auf einer Erden Brand,
Der von was anders her, als vom Komet, ent:

stand.

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und viele sind gewiß bestimmt zu andren Zwes
cken,

Die friedlich ihren Schweif in unsern Kreisen stres
cken.

Das Feuer, das der Ball der Sonne stets verliert,
Wird ihr durch sie vielleicht von neuem zugeführt,
Vielleicht, daß sie den Dampf durch unsren Himmel
streuen,

Auf allen Kugeln stets die Säfte zu verneuen.
In feste Körper wird viel Feuchtigkeit verkehrt,
Wofern uns die Natur recht, wie sie wirkt, bes
lehrt.

Eo sehn wir festen Schlamm aus faulem Wassert gehen,
o sehn wir hartes Holz aus Wasser meist entstehen,
Vielleicht daß ein Komet, wenn er zu uns sich senkt,
Mit frischer Feuchtigkeit die trocknen Welten trånkt.

Rästner.

Kästner. So zweifelt Newten hier, und darf man es jeßt was

gen,

Wo Newton zweifelnd spricht, was sichres schon zu fas gen?

Denn Himmel und Natur schleußt nach und nach sich
auf,

Nur wenig kennen wir von der Kometen Lauf,
Und ihren wahren Zweck, wohin sie sich entfernen,
Wie lang ihr Umlauf währt, das mag die Nachwelt
lernen.

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