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angenommen und, nach erfolgter geistlicher Tröstung des Delinquenten, an demselben vollzogen.

Der Mitgefangene des Grafen Eugen Zichy, der Graf Paul Zichu, dagegen ward — da die für das standrechtliche Verfahren erforderlichen Beweise gegen ihn nicht vorlagen — behufs der Enderledigung seines Processes auf den gewöhnlichen Rechtsweg verwiesen.

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^3as erste bedeutende Gefecht, welches dem kroatischen Heere von dem ungarischen bei Päkozd, Veleneze und Sukorö am 29. Scp» tember 1848 war geliefert worden, hatte einen dreitägigen Waffenstillstand zur Folge. Diesen benutzte der Obereommandant der ungarischen Armee, der k. k. österreichische General Möga, um über die zunächst einzuleitenden Operationen Kriegsrath zu halten. Noch vor diesem war mir der Befehl vom Obercommando zugekommen, meine Vorposten von Soponya zurückzuziehen, und mit einem Theile meines Detache- ments am 1. Oetober in Ercseny (Ercsi), am rechten Ufer der Donau oberhalb Adony, einzutreffen. Gleich nach dem über die beiden Grafen Zichy am 30. September abgehaltenen Standrechte leistete ich diesem Befehle Gehorsam.

Am 2. October erschien in Sziget-Ujfalu auf der Insel Csepel, gegenüber von Eresi ein Lieutenant der Hunyady-Schar, Namens Väsärhelyi, mit der Meldung, es sei, bald nachdem man die beiden Grafen Zichy von Soponya nach Adony abgeführt hatte, ein verdächtiges Individuum an den Vorposten, in der Nähe des erstern Ortes, angehalten worden, habe jedoch auf das erste Anrufen der Vedetten die Flucht ergriffen, und während derselben einen zusammengeknitterten Zettel von sich geschleudert. Dieser sei von der verfolgenden Patrouille gefunden und ihm (Väsärhelyi) überbracht worden. Der Zettel enthielt in wenigen Zeilen, ohne lesbarer Auf- und Unterschrift, die nähere Bezeichnung eines Versteckes im gräflich Zichy'schen Schlosse zu Kälozd, „wo" — so lautete der Tert — „das Gesuchte zu finden sei". Diese Andeutung habe ihn (Väsärhelyi) bewogen, sogleich einen Streifzug nach Kälozd zu unternehmen; denn er hoffte, daselbst einen großen Waffenvorrath zu entdecken. In Kälozd angelangt, versicherte er sich des gräflichen Beamten, und zwang diesen, ihm das in dem Zettel angedeutete Versteck zu zeigen. Allein statt der vermutheten Waffenvorräthe fanden sich blos zwei wohlverschlossene eiserne Kisten vor, welche er in der Absicht, sie vor den eben anrückenden Kroaten in Sicherheit zu bringen, sogleich mitgeführt habe. Den Inhalt der beiden eisernen Kisten kenne er nicht, da sie verschlossen geblieben. lung vom 29. September, gegen Raab, benützt, daß General Roth mit dem kroatischen Hilfseorps ihn unmöglich mehr einholen konnte, und sonach der Gefahr preisgegeben blieb, durch ungarische Streitkräfte eben so von dem kroatischen Hauptheere, wie von der kroatisch-slavonischen Grenze abgeschnitten, wenige Tage später seinen Untergang zu finden.

Ich verlangte den erwähnten Zettel zu sehen, erhielt jedoch zur Antwort: er (Väsärhelyi) habe, nachdem das Versteck aufgefunden, und dessen Identität, mit dem im Zettel bezeichneten, außer allem Zweifel gestellt war, auf den Zettel nicht ferner Acht gehabt, und dieser sei ihm, während alle seine Aufmerksamkeit der Durchsuchung des Versteckes gewidmet war, abhanden gekommen. Uebrigens, meinte er, wären ja die mitgebrachten Kisten Beweis genug für die Richtigkeit seiner Angaben.

Ich fand in der That keinen Grund, an deren Glaubwürdigkeit ferner zu zweifeln, und nachdem ich mich überzeugt hatte, daß die beiden eisernen Kisten noch nicht erbrochen worden, befahl ich Väsärhelyi, sie ohne weiteres nach Pest zu transportiren und der Regierung zu übergeben. Gleichzeitig gab ich ihm einen Bericht an diese über den ganzen Vorfall mit, worin ich ihn (Väsärhelyi) auf besondere Empfehlung seiner Vorgesetzten zur Beförderung außer der Tour vorschlug. Mittlerweile ward vom Ban Iellachich der erwähnte Waffenstillstand zu einem so schleunigen Flankenmarsche, aus seiner Gefechtsstel

Erst am 4. October begannen wieder die Feindseligkeiten zwischen den Truppen des Generals Möga und Ban Iellachich.

Ich ward mit meinem Detachement dem gegen das kroatische Corps des Generals Roth selbständig zu operiren bestimmten Corps des damaligen ungarischen Obersten und Commandanten der sogenannten Zrinyi-Schar, Moriz Perezel, einverleibt. Dies erfuhr ich jedoch erst am 3. October Abends in Adony, nachdem ich mittlerweile wieder von Eresi dahin zurückgekehrt war, und, laut einer frühern Anordnung des ungarischen Obercommandos, in meiner selbständigen Stellung belassen und mit der Lösung eben derselben Aufgabe betraut, meine Dispositionen gegen General Roth für den folgenden Tag bereits ausgegeben hatte.

Moriz Perezel übernahm also am 3. October Abends die Oberleitung der Erpedition gegen General Roth, und theilte mir die Führung der Vortruppe zu. An den getroffenen Dispositionen änderte er nichts.

Die Aufgabe war: dem k.k. General Roth vorläufig die Straße nach Stuhlweißenburg abzuschneiden, und ihn entweder gegen Süden zurückzudrängen, oder doch so lange aufzuhalten, bis wir hinlänglich verstärkt würden, um ihn zu schlagen. Für den letztern Fall hatte der im Süden von Ungarn auf dem rechten Donaunfer sich organisirende Landsturm die Aufgabe, den Rückzug des Generals Roth nach Kroatien möglichst zu erschweren.

Die kurze Instruetion, welche ich zu diesem Ende, als Obercommandant des südlichen Landsturmes, an meine Untereommandanten erlassen hatte, lautete beiläufig so:

„Der Landsturm ist im offenen Kampfe gegen diseiplinirte Truppen — besonders wenn diese mit Geschütz versehen sind — gar nickt

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zn brauchen, der offene Kampf daher möglichst zu vermeiden. Den Feind durch stets wechselndes Erscheinenlassen größerer Massen — außer dem Geschützbereiche — zu beunruhigen; durch Verderben der wichtigsten Communieationsmittel im feindlichen Operationsbereiche, (Hohlwege, Dämme, Brücken «.) sowie durch Wegschaffen der in der Nähe vorräthigen Transportmittel, seine Bewegungen zu hemmen; durch Aufzehren oder Beseitigen der nächsten und nahen Vorräthe an Lebensmitteln die aufreibendsten Entbehrungen für ihn herbeizuführen: sind die Leistungen, auf welche der Landsturm seine Wirksamkeit zu beschränken hat."

Daß ich vom Landsturme in der That mehr ersprießliche Dienste kaum erwarten durfte, leuchtet aus Folgendem ein:

Ich war als Obereommandant des südlichen Landsturmes nie im Stande, auch nur annäherungsweise zu ermitteln: in welcher Stärke derselbe, in einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Orte, zu meiner Disposition stehen werde. Der Landsturm kam und der Landsturm ging, je nachdem er eben gestimmt war. Gewöhnlich kam er indessen, wenn der Feind noch ferne stand: rückte dieser näher, so ging der Landsturm.

Mit Einem Worte, er mied gerne den Anblick des Feindes.

Hatte er zufällig einmal — trotz aller Vorsicht — das Unglück, dem Feinde so nahe zu kommen, daß er dessen Schüsse vernahm: dann schrie er„Verrath!" und lief was er laufen konnte. Die höchste physische Ermattung war bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich das einzige Mittel, die Landstürmler zum Stehen, d. h. eigentlich zum Liegenbleiben, zu bringen.

Diese guten Leute waren zumeist mit Sensen bewaffnet, sehr wenige unter ihnen mit alten verrosteten Flinten, bei welchen das „Losgehen" fast eben so selten vorkam, wie bei den Sensen.

Eine besondere Vorliebe hatten die Landstürmler für Kanonen. Diesen zogen sie mit Begeisterung, selbst unaufgefordert, nach. Ihre erste Frage an Denjenigen, der sich ihnen als ihr Führer vorstellte, war stets: ob er auch Kanonen habe? Bejahte er diese, so rüsteten sie sich mit Freuden zum Ausmarsche; wo nicht, so konnte er kaum auf einen

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