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Behandlung garantirt, so nur jene der Besatzung unschädlichen Objecte geschont würden.

Die Bombardements von Pest zeigten deutlich genug, daß man auf eine menschliche Behandlung eben nicht anstehe: und ich erließ sofort an alle Abtheilungen des Belagernngsheeres das ausdrückliche Verbot, der Besatzung Quartier zu geben. Auf die Gefangennehmung ihres Commandanten aber setzte ich einen besondern Preis: denn ich wollte an ihm ein Erempel statuiren zur Warnung Derer, welche der Kitzel sticht, die Gräuel des Krieges zwecklos zu mehren.

G.-M. Hentzi fiel tödtlich verwundet in meine Gewalt; mit dem Sterbenden rechnete bereits eine höhere ab.

Die Besatzung sprang nicht über die Klinge. Sie danke es nachträglich jenen Offizieren, welche seither theils auf dem Schaffotte geendet, theils in den Staatsgefängnissen Oesterreichs dahinkümmern; sie halte das Andenken ihrer edelmüthigen Feinde in Ehren!

vierzehntes Capitel.

Die kriegerischen Ereignisse an der obern Waag. — Sachlage im Operationsbercich der Hauptarm« zur Zeit der Einnahme von Osen. — Der Desensiv - Operalionsplan Klapka's und meine Truppendispositionen unmittelbar nach der Einnahme von Osen.

Um die Mitte des Monates April 1849 wurde — wie aus Vorhergehendem bekannt — während das Gros unserer Hauptarmee sich von Waizen nach Levencz bewegte, eine aus 6 Compagnien Infanterie, 1 Eseadron Husaren und 2 Sechspfündern zusammengesetzte Streifcolonne, unter dem Commando des Honved-Major Armin Görgei in den District der Bergstädte detachirt, um denselben von den österreichischen Besatzungslruppen zu säubern und hiedurch das Gros unserer Armee, bei seinem Weitervordringen gegen Komorn, im Rücken zu decken.

Am 18. April begann Major Armin Görgei die Lösung seiner Aufgabe mit der Erstürmung von Schemnitz. — Die feindlichen Soldaten, welche bei dieser Gelegenheit in unsere Kriegsgefangenschaft geriethen, gaben die Stärke der im Districte der Bergstädte vertheilten österreichischen Colonne auf 10 Compagnien Infanterie und 2 Geschütze an.

Der Commandant derselben (Major Trenk) stand an dem bezeichneten Tage mit einem Theile seiner Truppen in Neusohl.

Auf die erste Nachricht von der Vertreibung seiner Schemnitzer Abtheilung räumte Major Trenk den District der Bergstädte ohne fernem Widerstand, und conceittrirte seine Kräfte bei Szent-Märton in der nördlich angrenzenden Tnröczer Gespannschaft.

Major Armin Görgei drang von Schemnitz auf dem kürzesten Wege (über Kremnitz) gegen Szent-Märton vor. Gleichzeitige Recognoscirungen von Seiten der österreichischen wie der ungarischen Colonne führten zu einem Conflicte bei Priböcz in der Nacht vom 22. auf den 23. — Die ungarischen Vortruppen blieben Sieger, und Major Trenk retirirte nun durch den Sztrecsener Paß und über die Waag bis nach Varin am rechten Ufer dieses Flusses.

Um dieselbe Zeit trieben sich die slowakischen Freischaren im Liptauer Comitat umher. Diese waren in der zweiten Hälfte des Monates März durch die von Miskolcz gegen sie entsendete Streifcolonne des damals selbständig operirenden 7. Armeecorps (dieselbe Streifcolonne, welche später den österreichischen Oberst Almas« in Lossoncz übersiel) aus Eperjes vertrieben worden und beabsichtigten nun zweifelsohne über Also-Kubin, Pärnicza, Tcrhova sich mit dem österreichischen Major Trenk in Varin zu vereinigen.

Eine Compagnie der Armin Görgei'schen Streifcolonne — welche letztere mittlerweile die Waag bei Szucsän überschritten hatte — kam ihnen jedoch zuvor, griff sie am 28. unweit Also-Kubin an, nahm etwa 160 derselben gefangen und schlug den Rest gegen Tverdoßin in die Flucht. Die gefangen eingebrachten Freischärler wurden entwaffnet und in ihre Heimat entlassen.

Major Armin Görgei eilte nun auf derselben Route gegen Major Trenk in Varin, auf welcher dieser die Vereinigung mit den slowakischen Freischärlern erwartet haben mochte. Der Angriff auf Varin erfolgte am 1. Mai. Major Trenk wurde geschlagen, und am 2. über Budetin bis Radolya auf der Straße gegen Iablunka verfolgt.

Noch hatte er nicht eingeholt werden können, als dem Major Armin Görgei die Nachricht zukam, F.-M.-L. Vogel sei mit 6—7000 Mann und 18 Geschützen von Zipfen her in der Liptau eingebrochen.

In Folge dieser Nachricht wurde die weitere Verfolgung des Major Trenk aufgegeben, und am 4. Mai stand unsere Streifcolonne bereits in Szent-Miklös in der Liptau, theils um den Marsch des F.-M.-L. Vogel möglichst aufzuhalten, theils um im äußersten Falle die Straße von Rosenberg nach Neusohl zu decken.

Die Verzögerung des westlichen Vordringens der genannten feind liehen Truppenmacht im Waagthale schien durch die natürliche Voraussetzung geboten, daß G.-L. Dembinski, welcher bekanntlich bald nach seiner Absetzung vom Obereommando mit der Führung eines in Eperjes und Kaschau neu zusammengestellten Armeecorps betraut worden, und Zipfen, bereits vor dem Einbruche des F.-M.-L. Vogel daselbst, besetzt hatte, den letztern nun verfolge. Indessen war diese Voraussetzung bei Dembinski nichts weniger als natürlich. Meines Wissens hat Dembinski ausschließlich nur noch rückwärts operirt, sobald er den Feind vor sich witterte. So auch diesmal. Anstatt den F.-M.-L. Vogel zu verfolgen, verbarricadirte sich Dembinski im Säroser Comitate gegen das Zipser, — während F.-M.-L. Vogel das letztere in entgegengesetzter Richtung verließ — muthmaßlich um auf der kürzesten Linie den linken Flügel der österreichischen Hauptarmee an der Mittel-Waag zu erreichen.

Diese kürzeste Linie führte nun freilich durch den Bezirk der Bergstädte. — Unsere Streifeolonne, welche die Waagbrücken zwischen SzentMiklös und Rosenberg zerstörte, und das Defile bei dem letztem Orte besetzt hielt, genügte indessen, den F.-M.-L. Vogel zu veranlassen, daß er, von Szent-Miklös sich nördlich wendend, die Wasserscheide zwischen den Flüssen Waag und Arva auf äußerst schwer prakticablen Gebirgswegen passirte, um seine strategische Aufgabe auf der Straße von Also-Kubin über Varin, Silein (Asolna) und Trencsin zu lösen, während unsere Streifcolonne, ihn links cotoyirend, den District der Bergstädte fortwährend deckte.

Mittlerweile ward unsererseits das Mißverhältniß zwischen der großen Ausdehnung des zu deckenden Rayons und der geringen Stärke der Streifcolonne erkannt, und zur Verstärkung der letztern wurden aus dem Lager von Ofen 6 Compagnien Infanterie, eine halbe Escadron Husaren und zwei Dreipfünder abgeschickt.

Als diese Verstärkung bei der Streifcolonne anlangte, hatte F.-M.-L. Vogel seine Vereinigung mit der österreichischen Hauptarmee schon bewirkt.

Den äußersten linken Flügel der letztem zu bilden schien gleichzeitig der selbständigen Brigade des G.-M. Barko übertragen, welche aus Schlesien durch den Iablunkaer Paß in Ungarn einbrach, und gegen Silein an der Waag vorrückte.

Um die Zeit des Falles von Ofen war unsere nunmehr verstärkte Streifcolonne eben im Begriff, gegen diese feindliche Brigade die Offensive zu ergreifen, während jene andere Streiscolonne vom 7. Armeecorps, welche, wie bekannt, kurz vor dem Entsatze von Komorn nach Verebcly disponirt worden, von diesem Punkte bis Neutra vorgerückt war, um die an der Mittel-Waag vertheilten feindlichen Streitkräfte zu beschäftigen und hierdurch die Unternehmungen des Major Armin Görgei gegen die Brigade Barko zu begünstigen.

Pöltenberg stand mit seinen beiden Armeedivisionen vom 7. Corps seit Anfang Mai — von den Oesterreichern nur wenig beunruhigt — in und vor Raab; ein Theil der Komorner Besatzung auf gleicher Höhe in der Großen Schutt.

Kossuth's frühere Versicherungen (Anfang April in Gödöllö), daß F.-M.-L. Bem die Donau bei Baja schon in der zweiten Hälfte des April mit 16,000 Mann überschreiten werde, hatten sich nicht bestätigt. Bem kam selbst im Mai nur bis Temesvär, und der Ban Baron Iellachich erreichte somit unangefochten das rechte Ufer der Drau.

Während ich die Offensive gegen die österreichische Hauptarmee unmittelbar nach dem Falle von Ofen wieder zu eröffnen gedachte, wurde von meinem Stellvertreter im Kriegsministerium, dem General Klapka, ein Operationsplan entworfen, welchem die kriegsoperative Idee, den nun auch von der provisorischen Regierung schon für wahrscheinlich gehaltenen Einbruch einer russischen Armee in Ungarn beobachtend abzuwarten, und nebenbei die Absicht zu Grunde lag, sämmtliche Führer ungarischer Truppen in Ungarn und Siebenbürgen der Controlle des Kriegsministeriums unterzuordnen.

Der letztern Absicht, nicht der kriegsoperativen Idee, verdankte es jener Operationsplan, daß ich ihn nicht in vorhinein verwarf, sondern blos nachträglich aber factisch den kriegsoperativen Grundgedanken desselben durch Truppendispositionen desavouirte, welche die Wieder

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