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corps (derzeit unter dem Interimscommando des Oberst Pöltenberg) sollten sich sofort den Armeecorps Damjcmics und Klapka in Komorn anschließen: als plötzlich Kundschafterberichte über eine von Szered gegen Neuhäusel (L,«eli.^vüi-) begonnene feindliche Vorrückung einliefen und die Disponirung Pöltenberg's nach Perbete und Bajes, zum Schutze unserer Verbindungslinie mit Levenz, um so mehr veranlaßten, als wir tagtäglich eines Munitionsnachschubes auf dieser Route gewärtig waren.

Nun wurde aber, durch das günstige Resultat des erwähnten nächtlichen Ueberfalls, wieder die Aufgabe, in der kürzesten Zeit eine je größere Streitmacht auf das rechte Donauufer zu verlegen, in den nächsten Vordergrund gestellt, und während die Armeecorps Damjanics und Klapka die Floßbrücke zu passiren hatten, eilte ein Courier nach Perbete, um Pöltenberg zu avisiren, daß er mit seinen Truppen ohne Zeitverlust in Komorn eintreffe und sofort jenen beiden Armeecorps auf das rechte Ufer der Donau nachsolge.

Mittlerweile hatte jene Hälfte unserer Ueberfallstruppen, welche auf die südlich des Donauforts gelegene feindliche Batterie dirigirt worden, sich unmittelbar nach der Erstürmung dieses Objectes westlich gegen die übrigen, wie bekannt, in einem weiten, nach dem Monostor hinziehenden Bogen erbauten Erdwerke gewendet, und die nächstfolgenden der Reihe nach im ersten Anlaufe genommen. Allein dies weite, vereinzelte Vordringen der kaum 2000 Mann starken Infanteriecolonne gab nun diese selbst dem gefährlichsten Rückschlage des Gros der feindlichen Belagerungstruppen aller drei Waffen preis, ehe noch das rechte Donauufer von den ersten Abteilungen unsers Gros erreicht war.

Die Floßbrücke durfte bei all ihrer Solidität nicht ohne zeitraubende Vorsichtsmaßregeln benutzt werden; zwischen dem Debouche der Brücke und dem Punkte, auf welchem jene 2000 Mann unserer Ueberfallstruppen den ungleichen Kampf gegen alle drei Waffen des Feindes aufgenommen hatten, lag ein für Cavalerie und Artillerie unübersteigliches Hinderniß — die Tranchee; das stellenweise Abgraben derselben bedingte eine neue anhaltende Verzögerung, und so war denn, seit dem Beginn der feindlichen Artillerieangriffe auf unsere isolirten schwachen Infanterieabtheilungen, bereits über eine Stunde Zeit verstrichen, als endlich die erste halbe Batterie vom Corps Damjanics ins Gefecht gebracht werden konnte.

Während der folgenden Action hatte Klapka unfern linken Flügel (gegen O-Szöny und Mocsa), Damjanics das Centrum (gegen PusztaCsem und Puszta-Herkäly) zu commandiren, während ich die Leitung des Gefechts am rechten Flügel gegen Acs übernahm.

Der Kampf zwischen den Ueberfallstruppen und dem Belagerungsheer lag im Rayon des Generals Damjanics (in unserm Centrum). Hierher wurden somit die allmälig auf dem rechten Ufer debouchirenden Abtheilungen zunächst dirigirt. Ausschließlich auf die Verstärkung unsers Centrums durften wir uns jedoch keineswegs beschränken, weil dies nichtsdestoweniger — bei der großen Ueberlegenheit der gegen dasselbe bereits concentrirten feindlichen Streitkräfte einerseits, und dem nur spärlichen Herzuströmen unserer Verstärkungen über die Floßbrücke andererseits — noch geraume Zeit der Gefahr, überwältigt zu werden, blosgestellt blieb und wir, wenn es leicht möglicherweise unterlag, den außer dem Donaufort einzigen Haltpunkt am rechten Ufer verloren, ohne mittlerweile einen neuen gewonnen zu haben.

Ein neuer Haltpunkt aber, und zwar der wichtigste für uns — der Monostor — schien soeben vom Feinde vernachlässigt, und während sich das Centrum noch hielt, unsererseits um so leichter zu gewinnen, je gewisser ich voraussetzte, daß jene beiden Festungsbataillone, welche, wie erwähnt, während des nächtlichen Ueberfalls — zu dessen Begünstigung — einen lärmenden Plänklerangriff auf den Monostor ausführen sollten, dies jedoch unterlassen hatten, wenigstens jetzt — mehrere Stunden nach dem hierzu bestimmten Zeitpunkte — endlich doch an Ort und Stelle sein dürften.

Ich unterbrach demnach den vom Debouche der Floßbrücke nach dem Centrum geleiteten Truppenzufluß zeitweilig, um eine halbe Batterie mit einer halben Husarenschwadron als Bedeckung, für sich allein gegen den Monostor ablenken zu lassen. Diese fanden den Monostor vom Feinde bereits geräumt, obschon die beiden Festungsbataillone sich noch immer nicht gezeigt hatten.

Wie räthselhaft nun auch die — anscheinend freiwillige — Räumung des Monostor erscheinen mußte: das Ueberraschende dieser feindlicherseits gegebenen Blöße hielt uns gleichwohl nicht ab, sie möglichst gewissenhaft auszubeuten. Die erwähnte halbe Batterie mit ihrer schwachen Cavaleriebedeckung drang nämlich — obschon das Um und Auf unserer Streitmacht am rechten Flügel — sofort über den Monostor hinaus, und längs der Poststraße gegen Acs vor.

Der Zweck dieses Vorprellens war selbstverständlich das Ablenken eines Theiles der gegen unser Centrum noch immer mit Uebermacht agirenden feindlichen Streitkräfte. Ob und inwiefern dieser Zweck erreicht worden, konnte ich wegen des übergroßen Intervalles zwischen unserm Centrum und dem rechten Flügel gleichwohl nicht mit eigenen Augen wahrnehmen. Ich sah blos, daß meine halbe Batterie bei ihrem isolirten Avanciren von überlegenen feindlichen Streitkräften, links und in der Fronte zugleich, bedroht wurde, und Gefahr lief, vom Centrum abgeschnitten und vernichtet zu werden, wenn nicht die, zwischen diesem und dem Monostor, dem letztern zunächst, situirten Erdwerke schleunigst von Infanterie besetzt würden.

Ohne Ausschub verwendete ich hierzu zwei, soeben über die Floßbrücke passirende, Bataillone vom Klapka'schen Corps; da unser linker Flügel unter Klapka in diesem Augenblicke am wenigsten bedroht war.

Die weit vorgerückte halbe Batterie zog sich mittlerweile wieder gegen den Monostor zurück.

Gleichzeitig schien der Gegner — jedenfalls zu spät — die Wichtigkeit des Monostor für ihn erkannt zu haben, wenigstens deutete die Entschiedenheit darauf hin, mit welcher der feindliche linke Flügel nun plötzlich aus seiner bisher passiven Haltung in die Offensive überging, um uns den Besitz des Monostor streitig zu machen.

Es ist bereits aus Vorhergehendem bekannt, daß hier unter der Benennung „Monostor" der dominirendste Punkt des rechten Donaunfers oberhalb Uj-Szöny (zugleich der westliche Anlehnungspunkt des verschanzten Lagers) verstanden wird. Von diesem Punkte fällt der Terrain gegen Westen (stromaufwärts) wellenförmig ab, und ist, in einer Strecke von etwa zwei Geschützerträgen*), blos von Weingärten und einzelnen Obstbäumen bedeckt. Wo diese aufhören, beginnt das mir blos unter dem Namen „Aeser Wald" bekannte Gehölz, welches sich längs dem Donauufer aufwärts bis an den Czonczöbach hinzieht. Die Breite dieser Waldung nimmt von den Weingärten an allmälig zu. Drei bis vier Geschützerträge vom Monostor entfernt, zieht sich jedoch eine große Waldpartie, von der Uferwaldung weg, beiläufig auf ein bis zwei Geschützerträge südlich gegen Puszta-Herkaly. Diese Waldpartie wird — nahe ihrem südlichen Ende — von der Raaber Poststraße durchschnitten. Zwischen dem östlichen Saume dieser Waldpartie und dem verschanzten Lager ist der Terrain frei und offen; ebenso zwischen deren westlichem Saume und dem Czonczöbache. Ienseits des letztem — auf dessen linkem Ufer — liegt das Dorf Acs. Die Raaber Poststraße führt durch dasselbe.

Tie südliche Waldpartie, wie der ganze mit dieser zusammenhängende Uferwald bis an die Monostorer Weingärten waren in Feindesgewalt, und die feindliche Rückzugslinie gegen Acs hierdurch vollkommen gesichert. Wollten wir diese ernstlich gefährden, so mußten wir offenbar den Feind zuerst in dem Acser Walde, wenigstens bis über die südliche Waldpartie hinaus, zurückdrängen. Mein anfänglicher Versuch, mit einer halben Batterie auf der Acser Poststraße — ohne Rücksicht auf den von dieser cotoyirten Uferwald — vorzudringen, konnte somit nur als ein sogenannter Schreckschuß Erfolg haben. Indessen zeigte die, wie erwähnt, entschiedene Offensive, in welche der feindliche linke Flügel nun plötzlich überging, daß sich der Gegner von der ersten Ueberraschung — deren Folgen wir vermuthlich die sehr willkommene Räumung des Monostor verdankten — bereits hinreichend erholt hatte, um sich ferner durch bloße Schreckschüsse nicht mehr imponiren zu lassen. Während unserer halben Batterie auf ihrem Rückzuge gegen den

') Unter Geschützertrag, wo dieser Ausdruck ohne Beifügung eines bestimmten Kalibers vorkommt, wird in diesen Aufzeichnungen stets jene Distanz «erstanden, auf welche, bei feindlichen Conflieten im Felde, die Kpfündigen Batterien am häufigsten in Anwendung kommen. Es schwankt diese Distanz gewöhnlich zwischen 8t«> und IUW Schritten. An merk. d. Verf.

Monostor längs der Poststraße, die Artillerie und Reiterei des feindlichen linken Flügels bis auf gleiche Höhe mit dem uns zugekehrten östlichen Ende des Uferwaldes nachdrängte, brach ein Plänklerschwarm aus diesem gegen die Monostorer Weingärten hervor, welche unsererseits blos von zwei Compagnien des 17. Honved-Bataillons besetzt waren. Diese reichten für die Behauptung der Weingärten wohl aus, aber nicht für einen erfolgreichen Gegenangriff, welcher in meiner Absicht lag. Es wurden somit noch zwei andere Compagnien desselben Bataillons (eines jener beiden, welche ich vom Klapka'schen Corps — als Ersatz für die noch immer vermißten Festungsbataillone — auf den Monostor disponirt hatte) vorbeordert.

Das lebhafte Shrapnellfeuer jener feindlichen Artillerieabtheilung, welche — wie gesagt — unserer retirirenden halben Batterie in dem südlich anstoßenden freien Terrain auf dem Fuße gefolgt war, erschwerte diesen Angriff. Er gelang jedoch dessenungeachtet, und bald darauf hatten sich die vier Compagnien des 17. Honved-Bataillons im Uferwalde selbst festgesetzt.

Gleichzeitig langte von unserm linken Flügel das 1. Husarenregiment (Kaiser) nebst einer halben Batterie zur Verstärkung des rechten Flügels am Monostor an. Auch die lange vergeblich erwarteten Festungsbataillone trafen endlich daselbst ein. Meine disponiblen Streitkräfte bestanden somit aus vier Honved-Bataillons, acht Escadrons Husaren, und acht Geschützen. Mit diesen glaubte ich nun die Offensive gegen den feindlichen linken Flügel im Walde sowohl, wie im südlich anstoßenden freien Terrain um so zuversichtlicher ergreifen zu können; als mittlerweile auch Damjanics die feindlichen Angriffe auf unser Centrum bereits kräftig zurückgewiesen, ja selbst die Offensive ergriffen hatte, und die Erdwerke, zunächst dem Monostor somit keiner Besatzung mehr bedurften.

Als Hauptangrisssobject für den rechten Flügel wählte ich die schon oben besprochene Waldpartie, welche sich vom Uferwalde südlich gegen Puszta-Herkälv bis über die Poststraße hinzieht. Ich gedachte diese Waldpartie an beiden Enden zugleich, südlich, an ihrer Spitze, mit den zwei Festungsbataillonen, nördlich, an ihrer Basis, (da, wo sie mit dem

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