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General Pöltenberg die Objecte 4, 5, 6 und 7 —, das 3. Corps endlich unter General Graf Leiningen die Objecte 8, 9 und 1ö, serner den Brückenkopf und den stromabwärts desselben gelegenen Flecken O-Szöny besetzt, während das 2. Corps unter Oberst Käszonyi im Innern des verschanzten Lagers on i-e««rve blieb.

Die Oesterreicher, verstärkt — wie wir aus den Aussagen eines am 1. Iuli kriegsgefangen eingebrachten russischen Soldaten entnahmen — durch jene russische Heeresabtheilung, die uns in dem Pereder Treffen am 21. Iuni gegenüber gestanden, hatten bekannlich schon am 30. Iuni die Czonczö-Linie occupirt.

Am frühen Morgen des 2. Iuli erfolgte nun ihrerseits eine Vorrückung gegen unser verschanztes Lager.

Die Commandanten unserer Vorposten unterließen es gleichwohl, die Anzeigen hierüber in das Hauptquartier (Stadt Komorn) zu befördern. Wahrscheinlich setzten sie feindlicherseits keinerlei ernste Absichten voraus.

General Klapka und ich wurden somit von der drohenden Bewegung erst durch die in Folge derselben am Monostor beginnenden Kanonade unterrichtet. Auf dem Wege in das verschanzte Lager zusammentreffend kamen wir nun sofort überein, daß er am linken Flügel (im Rayon des 3. Corps), ich im Centrum und am rechten Flügel (im Rayon des 7. Corps und der Komorner Besatzungstruppen) die Oberleitung des bevorstehenden Kampfes übernehmen solle.

Zunächst ritten wir Beide, gedrängt von dem Bedürfnisse, den Stand der Dinge in unfern Rayons möglichst rasch durch eigene Anschauung zu erkennen, zwischen den Objecten 7 und 8 über die Linie des verschanzten Lagers hinaus, und trennten uns erst außerhalb desselben, General Klapka links gegen O-Szöny, ich rechts gegen Monostor ablenken.

Von Mocsa und Csem her war das Anrücken ausgedehnter feindlicher Linien bemerkbar. — Doch befanden sich die letztem noch weit außer dem Geschützertrage unserer Schanzen. Der äußerste rechte Flügel des Feindes — gegen O-Szöny vorgeschoben — bedrohte diesen Punkt, und wurde eben von einem Theile der Cavalerie-Division des 3, Corps angegriffen.

Weit lebhafter als das hier beginnende Gefecht schien indessen jenes am Monostor.

Während ich nun, die verschanzte Linie im weiten Bogen umreitend, dem letztem Punkte zueilte, sah ich den Feind auch vor Harkäly und dem südlichen Vorsprunge des — bekanntlich zwischen dem CzonezöBache und den Monostorer Weingärten längs der Donau hinziehenden — Uferwaldes sehr bedeutende Streitkräfte, scheinbar als Vorbereitung zum unmittelbaren Angriffe auf unser Lager, entwickeln.

Unsere Vorposten von Harkäly und dem südlichen Waldvorsprunge hatten sich beiderseits in das Innere des Lagers zurückgezogen. Der Feind schien indessen mit diesem Erfolge keineswegs zufrieden; und wie wenig Glaubwürdigkeit auch die Voraussetzung für sich haben mochte, daß er einen ernsten Angriff auf unser verschanztes Lager beabsichtige: das ungestüme Vordringen seines äußersten linken Flügels aus dem Uferwalde gegen unsern Stützpunkt am Monostor, secundirt — wie ich sah — durch die gleichzeitige Vorrückung vom südlichen Waldvorsprung, von Harkäly, Csem und Mocsa her, schien gleichwohl zu dieser Voraussetzung zu berechtigen.

Im Besitze einer so ungewöhnlich festen Stellung, wie die unsere im verschanzten Lager, und Angesichts der unverkennbaren Ueberlegenheit der in unserm Gesichtskreis offensiv entwickelten feindlichen Streitkräfte, thaten wir meiner Ansicht nach am klügsten, indem wir den Angriff, welcher — wie eben bemerkt — gegen den Monostor wirklich schon mit Nachdruck eingeleitet schien, in rein defensiver Haltung abwarteten.

Indessen verriethen die noch vor meinem Anlangen am Monostor unsererseits getroffenen Vertheidigungsmaßregeln, daß hier während meiner Abwesenheit die entgegengesetzte taktische Ansicht vorgewaltet haben mochte.

Es waren nämlich, zur Vertreibung des Feindes aus den Weingärten und dem Uferwalde, bereits der größte Theil der vier Bataillons der Komorner Besatzung vorbeordert, und zur nachhaltigen Unterstützung dieses Ausfalles andere vier Bataillons vom 7. Corps, theils in den Weingärten selbst, theils auf dem südlich angrenzenden Terrain, zwischen den letztern und der Acser Poststraße, links vorwärts der ersten verschanzten Linie, aufgestellt worden.

Dies momentan offensive Auftreten erschien allerdings durch die Aussicht gerechtfertiget, den Angriff des vereinzelt vorgedrungenen äußersten feindlichen linken Flügels abzuweisen, ehe noch der innere linke Flügel und das Centrum des Feindes auf gleiche Angriffshöhe gegen die dem 7. Corps anvertrauten Objecte vorgerückt sein konnten.

Aber die Verwendung von Infanterie allein — ohne Mitwirkung der andern beiden Hauptwassen, namentlich der Artillerie, — war nicht zweckentsprechend, und die Aufstellung der Bataillone vom 7. Corps, in dem freien und offenen Terrain zwischen den Weingärten und der Acser Poststraße — außer dem wirksamen Geschützertrage des verschanzten Lagers — Angesichts des hier mit allen drei Waffen vordringenden Feindes, vollends nur den genannten Abtheilungen selbst verderblich.

Als ich, auf der Acser Poststraßc in das verschanzte Lager zurückkehrend, am Monostor anlangte, hatten sich die nachtheiligen Folgen der eben besprochenen isolirten Vorpoussirung jener acht Bataillone bereits empfindlich fühlbar gemacht, — wie dies aus einer, fast gleichzeitig mit mir, im verschanzten Lager eingetroffenen Meldung meines jüngern Bruders an seinen Corpscommandanten, den General Pöltenberg, zu entnehmen war. — (Das Bataillon, welches mein Bruder befehligte, befand sich eben unter den — wie oben bemerkt — im freien Terrain südlich der Weingärten aufgestellten.)

Feindlicherfeits — so lautete die Meldung — seien bereits eine Raketen- und zwei Feldstück-Batterien in voller Thätigkeit, hierdurch die Bataillone im freien Terrain hart bedrängt, die in den Weingärten (unser äußerster rechter Flügel) schon zum Weichen gebracht.

Ich eilte auf diese Meldung in die Weingärten vor, um wo möglich das Gefecht wieder herzustellen, oder doch wenigstens dem Einreißen der Debandade vorzubeugen.

Während ich zu diesem Ende zwischen den vorgelegten offenen Werken hindnrchritt, fand ich dieselben zu meiner Beruhigung bereits von dem «n i-esel-v« zurückbehaltenen Theile der vorgeschickten vierKomorner Bataillons — selbst für den ungünstigsten Fall, daß unsere Sturmcolonnen gänzlich aus dem Felde geschlagen würden — hinreichend stark besetzt, ihre Behauptung somit augenscheinlich garantirt.

Etwa auf halbem Geschützertrag vor dieser verschanzten Linie begegnete mir ein breit ausgedehnter Schwarm Flieheuder. Er entsprach kaum der Stärke eines halben Bataillons. Die Anstrengungen meiner allezeit braven Suite machten der Flucht ein rasches Ende. — Dies gelang um so leichter, als die links vor uns (in dem freien Terrain südlich der Weingärten) postirten feindlichen Batterien ihr Feuer eben zumeist den Endwerken in unserm Rücken zuwendet hatten, jenen Rayon also, auf welchen wir (meine Begleitung und ich) uns der Debandade entgegenwarfen, nur spärlich bestrichen; — auch war unmittelbar vor uns in diesem Augenblicke kein Feind sichtbar. Im nächsten jedoch tauchten die vordersten der feindlichen Plänkler hinter der nächsten Terrainwelle etwa 150 bis 2W Schritte vor uns auf, das Gewehr „kolbenhoch" im Sturmschritt anrückend. Wir mühten uns nun leider vergebens ab, den kaum erst zum Stehen gebrachten Schwarm zu einer — der feindlichen ebenbürtigen — Gegenunternehmung anzufeuern. Nach wenigen Secunden wandte er sich von Neuem, und diesmal unaufhaltbar, zur Flucht; aber nicht in der frühern Richtung gegen die Berschanzungen, sondern seitlich der Donau zu.

Bei gewöhnlichem Wasserstande läßt die Donau am Fuße der ihr zugekehrten hohen und steilen Abhänge des Monostor eine, von den Schiffziehern als Hufschlag benutzte Uferbahn, in der durchschnittlichen Breite eines gewöhnlichen Landweges, frei. Der Wasserstand der Douan war am 2. Iuli 1849 kein ungewöhnlich hoher.

Indem die Komorner Bataillone — durch das heftige Geschützsener und den entschlossenen Infanterieangriff des Feindes bis zur Muthlosigkeit erschüttert — über die steilen Abhänge des Monostor auf den Hufschlag hinabeilten: hatten sie — im Interesse ihrer Rettung aus Feindesgefahr — unstreitig eine sehr glückliche Wahl getroffen. Der Hufschlag war nämlich von einer, an der obern (zwischen dem Monostor und dem linken Stützpunkte des jenseitigen Vorwerkes — der Palatinallinie — gelegenen) Spitze der sogenannten Kriegsinsel erbauten, Batterie schräge bestreichen, dem Feinde somit das Vordringen auf demselben ungemein erschwert.

Der größte Theil der vorgeschickten Komorner Bataillone befand sich bereits in Sicherheit, d. h. auf dem Hufschlage, als ich mit meinen Begleitern in der Absicht herbeieilte, das Gefecht in den Weingärten wieder herzustellen. Iener Schwann, dessen beschleunigten Rückzug auf die verschanzte Linie wir unterbrochen, war blos der geringe Ueberrest der erwähnten Bataillone. Sein plötzliches Ausweichen nach dem Donaunfer verrieth uns den gemeinsamen Zufluchtsort der letztern.

Wir eilten an den Saum des für Reiter beinahe ungangbaren Abhanges, und ein einziger Blick, auf den Hufschlag tief unter uns, überzeugte mich von der Vergeblichkeit jedes fernem Versuches, die ungehorsamen Bataillone durch bloßen Zuruf zu ihrer Pflicht zurückzuführen.

Zwischen der Donau und dem Abhange dicht zusammengedrängt, flohen sie unaufgehalten stromabwärts.

Die vor der ersten verschanzten Linie gelegenen Weingärten waren demnach unsererseits gänzlich geräumt und durch den Anlauf der feindlichen Infanterie-Sturmcolonnen jene verschanzte Linie selbst unmittelbar bedroht.

Da ich dieselbe jedoch stark besetzt wußte: so glaubte ich sie auch ohne meiner persönlichen Mitwirkung mindestens auf so lange hinreichend gesichert, bis es mir gelungen sein würde, der obigen Flucht — deren verderblichen Einfluß auf die Gesammthaltung unserer Truppen ich vor Allem fürchtete — bleibend Einhalt zu thun.

Dies konnte voraussichtlich nur gelingen, während die fliehenden Massen noch in dem von der Donau und den steilen Abhängen des Monoster gebildeten Defile sich befanden. Es endet dasselbe erst im Innern des verschanzten Lagers. Hierher eilte ich nun den Flüchtlingen voraus — meinen Weg über den Monostor quer durch die beiden verschanzten Linien nehmend — ließ schleunigst zwei Geschütze in der Verlängerung des Defiles auffahren, und kehrte dann wieder nach dem Monostor zurück.

Unfern von dem Objeete No. 1, etwas rückwärts desselben, springt

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