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der Gyöngyöser Straße gegen Gödöllö, zur Deckung der Theißübergänge bei Szolnok und Czibakhäza zurückgelassen und erst nach dem Tage von Täpiö-Bicske zum Nachrücken auf der Szolnoker Eisenbahnlinie beordert worden war — besetzt die Kerepeser Poststraße, den Kereszturer Weg und die Szolnoker Eisenbahnlinie.

„Beide genannten Armeecorps demonstriren aus ihren Stellungen gegen Pest.

„Mittlerweile rücken die Armeecorps 3 (Damjanics) und 1 (Klapka) in der kürzesten Linie von Gödöllö auf Waizeu los, nehmen diese Stadt, sollte sie vom Feinde besetzt sein, und setzen ihren Marsch über Retsäg, Nagy-Oroszi, Ipolysäg nach Levenz (l^öva) unaufgehalten fort.

„Sobald die letztgenannten beiden Armeecorps Waizen genommen haben, rücken ihnen die beiden Flügel-Armeedivisionen des 7. Corps von Dunakeszi nach, währenddessen die Division des Centrums (Kmetu) für sich allein die Demonstration gegen Pest fortsetzt, hierdurch den Abmarsch der übrigen beiden Divisionen maskirend.

„Nachdem endlich das 3., 1. und die erwähnten zwei Drittheilc des 7. Armeecorps die Stadt Waizen auf der bezeichneten Straße gegen Levenz verlassen haben, übernimmt das 2. Armeecorps (Aulich), nebst dem ihm bis dahin angewiesenen, auch den Demonstrationsrayon der Division Kmety, während diese nach Waizen abrückt und daselbst verbleibt.

„Die femern Operationen der über Waizen nach Levenz dirigirten Hauptcolonne werden der Uebergang über den Granfluß, und der Entsatz der Festung Komorn sein."

Wir durften hierbei dem Commandanten der vor Pest concentrirten feindlichen Hauptarmee schlechterdings nicht soviel Passivität zumuthen, als dieser nachträglich überraschenderweise an den Tag legte. Wir mußten darauf gefaßt sein, daß er der immer wiederkehrenden Demonstrationen, mit welcher ihn General Aulich regaliren sollte, endlich müde, aus der Defensive in die Offensive übergehen werde, um sich den lästigen Gegner ein für allemal vom Halse zu schaffen. Die Folgen hiervon mußten die bisherigen Verbindungslinien zwischen dem, auf dem Marsche über Levenz nach Komorn begriffenen, Gros unserer Armee, und der Regierung wie den Kriegsvorräthen hinter der Theiß, zunächst bedrohen.

Die wichtigste dieser Verbindungslinien war die Gyöngyöser Poststraße. So viel Vortheile uns diese ihrer Kürze und guten Prakticabilität wegen auch bot: wir mußten uns dennoch vorbereiten, auf die continuirliche Benutzung derselben während der Dauer der oben angedeuteten Operationen verzichten zu müssen. Als Ersatz für sie sollte uns in diesem Falle jene Straße dienen, welche von Miskolcz über Putnok, Lossoncz, Balassa-Gyarmat und Ipolysäg nach Levenz führt.

Die möglichste Sicherung beider Communicationslinien aber war die nächste Aufgabe der Division Kmety in Waizen, welche überdies auch noch die Verbindung zwischen dem Gros unserer Armee an der Gran und dem 2. Armeecorps vor Pest zu erhalten, wie dem letztern im Nothfalle als Reserve zu dienen hatte.

Ich war fest entschlossen, den Entsatz von Komorn, selbst auf die Gefahr hin, daß mittlerweile von der feindlichen Hauptarmee vor Pest die Offensive gegen unser vereinzeltes 2. Armeeeorps (Aulich) ergriffen würde, unbeirrt im Auge zu behalten.

In dem erwähnten Falle blieb Aulich, wie sich's von selbst versteht, nichts Anderes zu thun übrig, als — dem Feinde jede Handbreit Terrain so lange als möglich streitig machend — den ercentrischen Rückzug gegen Tisza-Füred, Szolnok und Czibakhäza anzutreten, und sich im schlimmsten Falle auf die Besetzung der, während der Ueberschwemmungszeit besonders leicht haltbaren, Theißübergangspunkte zu beschränken.

Es schien mir übrigens eine nachhaltige Offensive der vor Pest lagernden feindlichen Hauptarmee gegen Aulich, und folgerecht gegen unsere Operationsbasis, schon deshalb minder beunruhigend, weil Kossuth noch vor seiner Abreise von Gödöllö nach Debreczin mir hoch und theuer verbürgt hatte, General Bem befinde sich bereits auf dem Marsche von dem mittlerweile wieder vollständig zurückeroberten Siebenbürgen gegen Baja an der niedern Donau, und werde diese bei dem genannten Orte zuverlässig schon Mitte April mit einer Macht von wenigstens 16,v00 Mann überschritten haben, um sich sofort nordwärts gegen Raab zu wenden, und nach bewirkter Vereinigung seiner Truppen mit den unserigen, den Oberbefehl über die gesammte Armee, an Vetter's Statt, zu übernehmen.

Durch diese Gewißheit ward überdies auch die gegründete Besorgniß, daß der Commandant der feindlichen Hauptmacht vor Pest sich mit den ersten besten energischen Offensivversuch gegen Aulich, von der numerischen Schwäche der Truppen des Letztern überzeugen, hieraus unsere eigentlichen Absichten sofort erkennen, und denselben auf der kürzesten Linie von Pest-Ofen über Gran (Ls2tei-A«m) und die Donaubrücke daselbst mit Nachdruck begegnen dürfte, wesentlich gemildert; denn in diesem Falle konnte das Erscheinen Bem's, im Rücken des Feindes, unserer Hanptcolonne im Granthale leicht wieder Luft machen.

Um so zuversichtlicher ward also die Ausführung des oben mitgetheilten Operationsplanes schon am 8. April 1849 von Gödöllo aus begonnen.

Mittlerweile gerieth ein von Waizen nach Gödöllö abgeschickter, feindlicher Courier in unsere Gewalt. Seine Depeschen bestätigten die Voraussetzung, daß Waizen eine feindliche Besatzung habe; und zwar standen dort die kaiserlichen Brigaden Götz und Iablonowski.

Am 10. April Abends erhielt ich in Gödöllö durch einen Ordonnanzoffizier des General Damjanics die Meldung, Waizen sei im Laufe des Vormittags, trotz der hartnäckigen Gegenwehr der genannten beiden feindlichen Brigaden, vom 3. Armeeeorps (Damjcmics) mit Sturm genommen worden.

Daß der feindliche Obercommandant nicht schon aus dieser Erstürmung Waizens erkannte, was wir wollten: vermag ich nur durch die Annahme zu erklären, derselbe habe jene unbedeutende Streifcolonne des 7. Armeecorps, welche ^ wie aus dem 36. Capitel des ersten Bandes dieser Aufzeichnungen bekannt — im Beginne der zweiten Hälfte des Märzmonates von Miskolcz aus, ursprünglich gegen den damals von den feindlichen Brigaden Götz und Iablonowski in Kaschau und Eperjes zurückgelassenen slowakischen Landsturm entsendet, später aber von Eperjes gegen Komorn dirigirt wurde, wirklich für ein größeres Corps angesehen.

Der feindliche Oberst Almäsy, wahrscheinlich zur Aufreibung dieser Streifcolonne mit einer hierzu notorisch mehr als hinreichenden Streitmacht in das obere Eipelthal detachirt, erreichte nämlich gegen Ende März glücklich Lossoncz. Hier jedoch ließ er sich von jener Streifcolonne am hellen Mittage überfallen, einen Theil seiner Truppen nebst der Cassa abnehmen, und von jeder fernern Offensive für immer abschrecken.

In der feindlichen Relation über diesen Unfall mochte nun freilich unsere schmächtige — wie bekannt — nur einige hundert Mann Infanterie, 32 Husaren und zwei Geschütze zählende Streifcolonne zu der Dicke eines Armeecorps angeschwollen, und dadurch dem Commandanten der vor Pest concentrirten feindlichen Armee die Voraussetzung nahe gelegt worden sein, daß jenes vermeintliche ungarische Armeecorps, der nach dem Ueberfalle von Lossoncz, über Hals und Kopf gegen die Donau retirirenden Colonne des österreichischen Obersten Almäsy auf dem Fuße folgend, plötzlich vor Waizen erschienen sei, und die Brigaden Götz und Iablonowski von dort vertrieben habe, um sich sofort mit dem Gros unserer Armee zum Angriffe auf die Stellung der österreichischen Hauptmacht vor Pest zu vereinigen.

Der moralische Eindruck des erwähnten Ueberfalls von Lossoncz scheint überdies schon während unserer Offensivoperation gegen Gödöllö aus die Truppendisposttionen des F.-M. Fürsten Windisch-Grätz von Einfluß gewesen zu sein. Wenigstens bleibt der Umstand, daß während des, feindlicherseits mindestens um 36 Stunden mit Bestimmtheit vorherzusehenden, Treffens von Isaszeg das feindliche Armeecorps des F.-M.-L. Csorich noch immer in Waizen stand, ebenfalls nur durch die Annahme erklärbar, jene Streifcolonne des 7. Armeecorps, welche, wie gesagt, den kaiserlichen Obersten Almäsy in Lossoncz überfallen hatte, sei von diesem nur in dem — freilich jeder Berechnung spottenden — Multiplicationsspiegel des ersten panischen Schreckens beobachtet, und ihre numerische Stärke zum mindesten um das Zwanzigsache überschätzt, der F.-M. Fürst Windisch-Grätz aber durch das Resultat dieser Ueberschätzung nothwendigerweise zur Disponirung des Armeecorps Csörich auf die Waizen-Lossonczer Straße veranlaßt worden.

Funkes Capitel.

Delails über das Gesecht dci Vaizen, — Zorlsetzung der Operalionen bis an den Gran fluß bei Levenz. - Der Debrecztner Rcichstag«bcschluß vom N. April I84Ü,

^ie Nachricht von der gelungenen Vertreibung der feindlichen Brigaden Götz und Iablonowski aus Waizen bestimmte mich, das Hauptquartier noch in der Nacht vom 10. auf den I1. April von Gödöllö nach jener Stadt zu verlegen.

Dort erst erfuhr ich die folgenden wichtigen Details des Gefechts:

Als General Damjanics, mit dem 3. Armeecorps vor Waizen erscheinend, die Vorbereitungen des Feindes zu einer ernsten Defensive wahrnahm, erkannte er zugleich die Gelegenheit günstig, jenen ganz aufzureiben oder geradezu abzufangen.

In dieser Absicht sollte das 1. Armeecorps (Klapka), welches dem 3. (Damjanics) auf dem Fuße folgte, die Stadt Waizen östlich — durch das Terrain maskirt — umgehen und die einzige Rückzugslinie des Feindes, die Straße von Waizen nach Veröcze, besetzen, während das 3. Corps den Feind in der Front so lange zu fesseln hatte, bis jenes Manoeuvre ausgeführt wäre.

Klapka, mit diesem Plane einverstanden, schickte sich sofort an, die Umgehung zu bewirken, erreichte aber dessenungeachtet den geeigneten Schwerpunkt der feindlichen Rückzugslinie erst, nachdem ihn der mittlerweile von Waizen retirirende Feind bereits passirt hatte.

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