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rechten Ufer ausgefochten, und um ihm mehr Nachhaltigkeit zu geben, in Komorn eine Waffenfabrik und eine Pulvermühle errichtet werden.

Gegenüber von Gran war zur Sicherung der Möglichkeit günstiger Chancen die Anlage eines Brückenkopfes, — auf dem Graner Ufer selbst hingegen der Bau von Uferbatterien in Angriff genommen worden. Früher schon wurde die Anlage ähnlicher Batterien an den günstigsten Uebergangspunkten über die Donau unterhalb Gran, so wie die eines verschanzten Lagers auf der Tihanyer Halbinsel am nordwestlichen Ufer des Plattensees in Vorschlag gebracht.

Die Idee dieser letztern Vertheidigungsmaßregel war bereits während der Belagerung von Ofen — nicht von mir, sondern von der Regierung in Debreczin — angeregt worden. — Es hatte somit den Anschein, als wäre Kossuth dem Gedanken, auf dem rechten Donauufer — also nicht in Siebenbürgen, wie dies unmittelbar vor der Aprilcampagne noch in Aussicht gestanden — die letzten verzweifelten Kämpfe zu bestehen, schon ursprünglich nicht abhold.

Ich hoffte ihn für die Durchsührung dieses Gedankens noch vollens zu gewinnen.

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Äm 16. Iuni sollte Oberst Asböth, der Commandant des 2. Armeecorps, mit einem Theile des letztern den Neuhäuseler Donauarm bei Aszöd überschreiten und auf dem Terrain zwischen dem Feketevizbache und dem Waagfluß den Feind aufwärts zurückdrängen, um den bei Ne'gyed zu bewirkenden Waagübergang des 3, Armeecorps zu decken.

Die Vorrückung erfolgte; die feindlichen Streitkräfte, welche Kirälyrev und Zsigärd besetzt hielten, wurden aus diesen beiden Ortschaften delogirt, zum Rückzuge gegen Pered genöthigt und verloren dabei — nach dem Berichte Asböth's — drei Geschütze. Oberst Asböth setzte sich über Farkasd und Negyed mit dem 3. Armeecorps auf dem jenseitigen Ufer der Waag in Verbindung.

Der Feind aber zog Verstärkungen an sich und führte einen kräftigen Rückschlag. Dieser hatte zur Folge, daß Oberst Asböth die Orte Zsigärd und Kirälyrev wieder räumte. Die nach Farkasd disponirten Abtheilungen seiner Streitmacht eilten mittlerweile den hartgedrängten rechten Flügel unserer Gefechtsstellung in Zsigärd zu verstärken, fanden aber das Dorf schon in Feindesgewalt, und sich von ihrem gegen Aszöd retirirenden Gros abgeschnitten, da eine linksseitige Vereinigung mit demselben durch die Sümpfe der Holtväg verhindert war. Es mußten diese Abtheilungen wieder nach Farkasd zurückziehen, während Oberst Asböth, nachdem er außer den eroberten drei feindlichen auch noch drei seiner eigenen Geschütze verloren hatte, den fernem Kampf aufgab, und seine Truppen in ihre frühere Aufstellung am Neuhäuseler Donauarme zurückführte.

Während dieser Vorgänge auf dem rechten Waagufer stand General Knczich mit dem Gros des 3. Armeecorps am linken Ufer des Flusses den Ortschaften Farkasd und Negyed gegenüber. Seine Untercomman danten drangen in ihn, den Fluß mittels der vorhandenen Fahrzeuge zu übersetzen und den Obersten Asböth zu unterstützen. — Er wies aber dies Ansinnen mit der Erklärung zurück, daß er hierzu keinen ausdrücklichen Befehl erhalten habe.

Die vereinzelten Abtheilungen des 2. Armeecorps in Farkasd blieben somit für sich allein den feindlichen Angriffen erponirt. Indessen ließ sie der Feind unangefochten, da er sie wahrscheinlich für die Tete des bereits auf das rechte Ufer der Waag übergegangenen 3. Armeecorps gehalten haben mochte.

Am selben Tage hatte General Nagy-Sändor mit dem 1. Corps bei Schintau anzugreifen, um die feindlichen Streitkräfte auf diesen Punkt hinzuziehen, und die Verstärkung des rechten Flügels der feindlichen Waagstellung möglichst zu hindern. General Nagy-Sändor verlor bei der Lösung dieser Aufgabe vier Geschütze von seiner Zwölfpfünderbatterie.

Meine Erwartungen in einem der drei Armeecorpscommandanten Kne'zich, Nagy-Sändor und Asböth einen Ersatz für die Generale Damjanics und Aulich zu finden, wurden somit bereits in Folge der Erfahrungen vom 16. sehr herabgestimmt.

Ich entschloß mich nun den Uebergangsversuch am 20. Iuni durch das gesammte 2. Armeecorps wiederholen zu lassen. Damit dieser jedoch nicht abermals an der Unselbständigkeit des General Kne'zich scheitere: gedachte ich mich persönlich an der Operation zu betheiligen.

Die Dispositionen für die letztere waren bereits ausgegeben, als ich ein Schreiben des General Klapka erhielt, worin mir dieser von der Fortsetzung der Offensive abrieth, und seinen ursprünglichen Vorschlag, die Defensive zu beobachten, erneuerte. Diese Zumuthung des General Klapka kam mir unerwartet.

Nach meiner Rückkehr von Debreczin — wo ich nur einige Tage verweilt — hatte ich mich, während Kossuth eben in Pest seinen bekannten Einzug als Landesgouverneur feierte, in Begleitung des Chefs der Centraloperationskanzlei nach Raab begeben, um Klapka für die Offensive am linken Donauufer zu gewinnen.

Ich fand es gleichwohl nicht rathsam, den politischen Rückhaltsgedanken, von welchem mein Entschluß, die Offensive um jeden Preis zu ergreifen, eigentlich getragen wurde, dem General Klapka mitzutheilen, weil ich aus dessen Ansichten über die für Ungarn noch vorhandene Möglichkeit, sich auf der Basis der Unabhängigkeitserklärung zu behaupten, den Schluß zog, daß er mit meinen, dem Bestehen der Unabhängigkeitsacte feindlichen Bestrebungen schon im Principe nicht einverstanden sein könne: denn er glaubte an irgend eine Intervention zu Gunsten Ungarns gegen Oesterreich und Rußland, und ich hielt das Bekenntniß dieses Glaubens damals bereits für dasjenige Merkmal, an welchem man die Anhänger der 14. - Aprilpartei mit Sicherheit erkenne.

Allein nicht nur den, meinem Drängen zur Offensive überhaupt, zu Grunde gelegenen politischen Gedanken, sondern auch die Absicht, welche mich bestimmte, die Offensive eben auf dem linken Donauufer zu eröffnen, meinte ich dem General Klapka verschweigen zu müssen.

Diese Absicht war — wie im Vorhergehenden bereits erwähnt wurde — den neuen Armeecorpseommandanten Knezich, Nagy-Sändor und Asböth zur Erprobung ihrer Fähigkeiten, wie ihrer moralischen Selbständigkeit vor dem Feinde, möglichst bald Gelegenheit zu verschaffen. Angeregt aber ward diese Absicht in mir bekanntlich durch die Erkenntniß der Nothwendigkeit, einen Ersay für die Generale Damjanics und Aulich zu finden, so die künftigen Leistungen der Hauptarmee nicht weit hinter den bisherigen zurückbleiben sollten: da mir — wie gesagt — weder Klapka's wenngleich ungewöhnliches Feldherrntalent, noch meine eigenen Kraftanstrengungen hinreichend geschienen, jenen Ersatz entbehrlich zu machen.

Um nun dies Alles mit Klapka — «sus ks?«u — besprechen zu können, hätte ich der beruhigenden Ueberzeugung bedurft, daß er sich hierdurch nicht verletzt fühlen werde. An dieser Ueberzeugung aber ermangelte es mir um so mehr, als meine Erinnerungen an die unangenehmen persönlichen Controversen, welche zwischen ihm und Damjanics während der Aprilcampagne stattgefunden hatten, noch nicht erloschen waren.

Uebrigens ergab sich bei der in Rede stehenden Zusammenkunft mit Klapka in Raab auch nicht die geringste Veranlassung, ihm die besondern Gründe meiner Entscheidung für die Offensive überhaupt, und deren Eröffnung auf dem linken Donauufer insbesondere zu enthüllen.

Nachdem nämlich der Chef der Centraloperationskanzlei dem General Klapka in meiner Gegenwart die Grundzüge jener Offensive — zunächst die Waaglinie zu gewinnen, die fernem Bewegungen denen des Feindes anzupassen, als Endoperationsobject aber jedenfalls Preßburg im Auge zu behalten, und falls der Feind zur Deckung desselben einen bedeutenden Theil seiner Streitkräfte vom rechten auf das linke Donauufer werfen sollte, auf jenem (dem rechten) mit dem 7. Armeccorps die Erreichung der Punkte Wieselburg und Ungarisch-Altenburg zu versuchen — in Kürze entwickelt hatte: erklärte Klapka, obschon etwa vierzehn Tage früher von ihm selbst die Defensive beantragt worden, sich dennoch mit der Ausführung jenes Offensivprojectes ohne weiteres einverstanden.

Ich hatte keinen Grund dies Einverständniß aus einer andern Ursache, als der Uebereinstimmung unserer Ansichten in dem rein strategischen Theile der vorliegenden Frage abzuleiten.

Und eben deshalb kam mir Klapka's Schreiben, worin er mir nach den erwähnten misglückten Unternehmungen vom 16. Inni die Offensive aufzugeben rieth, in der That unerwartet; um so unerwarteter, als das Schreiben nicht etwa einen wohlbegründeten Tadel gegen den Operationsplan selbst oder die Art seiner Ausführung enthielt: sondern

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