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Lisagedorn.
Was Recht und Fleiß und Zeit und Glück ihm ges

ben,
Vertaltet er mit milder Dantbarkeit,
Und meidet den, der den Genuß vom Leben,
Der jeden Tag nur dem Gewerbe weiht,
Und jüdisch lacht, so oft er sieht und håret
Wie die Vernunft Geschmack und Wahrheit ehret.

Wie edel ist die Neigung achter Britten!
Shr Ueberfluß bereichert den Verstand,
Der Handlung Frucht, und was ihr Muth erstritten,
Wird, unbereut, Verdiensten zugewandt;
Gunst front den Fleiß, den Macht und Freiheit schůs

ken;
Die Reichsten find der Wissenschaften Stüken.

Freiheit! dort, nur dort ist deine Wonne,
Der Stådte Sdhmuck, der egen jeder Flur,
Start wie das Meer, erquicend wie die Sonne,
Schon wie das Licht, und reich wie die Natur.
Kalb glücklich sind die Stlaven, die dich nennen;
Doch weiter nicht, als nach dem Namen tennen!

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Wer heisst oft groß? Der schnell nach Ehren klets

tert,
Den Kühnheit hebt, die Höhe (dwindlich macht.
Doch wer ist groß? Der Fürsten nicht verg8ttert,
Und edler denkt, als mancher Fürst gedacht,
Der Wahrheit sucht, didy, treue Wahrheit, findet,
Und seinen Werth auf Wig und Tugend gründet.

Ein solcher kennt die Eitelkeit der Würden,
In die das Glück zu felten Kluge steckt.
Ihn rühret nicht der Aufput hoher Bürden,
Jhm strahlt kein Stern, der tleine Herzen deckt,
Der Geist, durch den ein Cato groß geworden,
Fåhrt in kein Band, und ruht auf keinem Orden.

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Wann machte sich das Leb der Tugend eigen?
Wann war es nicht des Glückes Folgemago?

Wie oft besdiámt der, dem die Schmeidler fchweigen, Sagedorn.
Den, dem ihr dwarm viel sufles vorgesagt?
Wie oft ist der der Welt im Zorn gegeben,
Den Klerisei und Hof und Land erheben?

Die Einfalt lobt, was Bieler Stimmen loben,
Die Mensdenfurcht, was sie nidyt stürzen tann.
Germanicus wird billig hoch erhoben,
Doch betet Rom auch seinen Buben an:
Domitian, Roms (chåndlider Berather,
Meisst, wie August, des Vaterlandes Vater.

Wie mancher wird aus Eigennuß besungen,
Mit Lob betåubt, den jede That entehet!
Des Frevlers Ruhm ertönt auf feigen Zungen,
Bis ihm das Glück den falschen Rücken tehrt.
Ahitophel, und solcher Råthe hundert,
so gar ein Süß, ward, en er hing, bewundert.

Die Schmeichelei legt ihre sanften Bande,
Ihr glattes Joch nur eiteln Seelen an,
Unedler Ruhm und unverdiente Schande,
O waget euch an feinen Bidermann!
führt im Triumph die Bidden, die nichts wisserv,
Und was fie find, vom Pöbel lernen müssen!

Ruhm, Ehre, Lob, (wie wir den Beifal nennen,
Den alle Belt Verdiensten schuldig ist,)
Euch tann uns nur die Weisheit zuerkennen,
Die unsern Werth nicht nach dem Ansehn mint.
Ihr Ernst verscheucht die Künste kleiner Meister.
Ihr Geist ist start, und geht durch alle Geister.

Shr Preis, ihr Werth wird nicht vom Glück ent:

schieden, an ihr verliert der Zufall seine Kraft. Sie tennet sich, und ihren innern Frieden Zerrůttet nicht die Macht der Leidenschaft.

Was?

P.bagedorn. Was? darf man noch die niedern Großen preifen?

Kein Stand ist groß, als nur der Stand des Weisen.

Er weiß: sein Gott kennt, wählt und wirkt das

Beste.
Das einzusehn, ist Teine Lust und Pflicht;
Und bebte gleich der Welten Bau und Vefte,
So zaget er bei ihrem Einfall nicht.
Er stirbt getrost; er regnet seine Zeiten;
Und heiliget sein Theil der Ewigkeiten.

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Von Sre u z.

von Creuz.

S. B. H. S. 391. Der Werth seiner Oden ift nicht nur im Sangen, sondern auch ftellenweise, sehr ungleich; wenige starke und glücklich gesagte Gedanken wechseln mit båufigern kalten Betrachtungen und unpoetischen Ausdrů: den. Es sey daher an folgender kurzen Probe genug, die der Verf. zwar ein unvollendetes Stück nennt, die aber, von Seiten der Storrektheit, die meiften andern an Vollendung übertrifft.

Der stille Abend.

Wie sanft schlågst du die gordnen Blicke nieder,
Wie schön bist du im stillen lintergehn!
Werd' ich, o Sonne, dich, ach! werd' ich wieder
Dich, und mit dir auch mich vergnügter rehn?

Du bist, o Nacht! mit deinen Dunkelheiten Bild meines Herzens; und welch traurig Bild! Wo Triebe, gleich erzúrnten Stürmen, streiten, Ein Abgrund, nur mit Wünschen angefüllt.

Wie Tchnell sind sie, die Schritte meines Lebens!
Wie kurz ist sie, die Reise nach der Gruft!
Mein ganzes Thun, o Gott! wie so vergebens!
D! wie umsonst, wenn deine Stimme ruft!

Nichts, was der Stolz mit prádyt'gen Nanien nen:

net,
Entrinnt der Fluth der Zeiten und dem Grab.
Wie Blüthen, die fein Sturm den Resten gånnet,
So fallen einst vom Held die Lorbeern ab.

Die Ehrsucht war, o Himmel! nie dein Feuer; Wo Siege sind, da tft auch Eitelteit;

von Creuz. Die Wissenschaft ist bidder Chorheit Schleier;

Ein Weiser rühmt sich der Unwissenheit.

Die Sonne tann ich in den tiden Båchen,
Und Gott kann ich in meinem Herzen sehn.
Doch ach! mein Aug' hångt nur an Oberflächen,
Und weiter darf mein kurzer Blick nicht gehn.

Hier schweben wir, mit uns selbst unzufrieden,
Den Schwalben gleid), die Sturm und Wetter jagt.
Ein Tag der Ruh ist wenigen beschieden;
Und meiner Ruh ein Augenblick versagt!

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